rendite-radar.ch

Schnellbeurteilung von Renditeobjekten in der Schweiz

Leerstand & Leerstandsrisiko:
Was wirklich in der Rendite steckt

Kurzfassung

Leerstand ist nicht gleich Leerstand. In Exposés wird er oft so dargestellt, dass der Investor nicht sofort erkennt, was effektiv vermietet ist und was nur auf dem Papier attraktiv aussieht. Der rendite-radar trennt deshalb zwei Dinge klar:

1. Effektiver Leerstand

Leerflächen, die heute leer stehen.
Wichtig:

  • Erfasst nur Wohnungen, die wirklich leer sind
  • Keine Fantasie-Mieten
  • Keine „zuletzt erzielte Mieten" als Ist-Miete
  • Der effektive Leerstand wird in CHF pro Jahr und in % der tatsächlichen Ist-Mieten berechnet

2. Leerstandsrisiko

Die Wahrscheinlichkeit, dass künftig Wohnungen ausfallen, basierend auf:

  • Mikrolage
  • Zustand des MFH
  • Nachfrage im Quartier
  • Mieterstruktur
  • Standard der Wohnungen

So arbeitet die App:

  • Effektiver Leerstand wird separat in CHF erfasst
  • Das Leerstandsrisiko wird vom Investor gesetzt
  • Die App zeigt, wie stark Rendite und Cashflow auf beide Faktoren reagieren
  • Keine Schönfärberei, keine fiktiven Einnahmen

Ergebnis:
Eine realistische Sicht auf den heutigen Zustand und das künftige Risiko – statt den üblichen Exposé-Fantasiewerten.

Warum die saubere Trennung wichtig ist

In vielen Exposés taucht der Leerstand maximal als Bemerkung auf – oft ohne klare Zahlen, noch seltener mit einer sauberen Trennung zwischen aktuellem Leerstand und künftigen Risiken. Für eine seriöse Renditeanalyse braucht es beides:

  • den heutigen, effektiven Leerstand
  • das künftige Leerstandsrisiko in Prozent

Wer beides vermischt oder ignoriert, überschätzt die Sicherheit der Mieterträge und unterschätzt das Risiko im Cashflow.

Effektiver Leerstand: CHF und % des Mieterspiegels

Der effektive Leerstand zeigt, welche Flächen aktuell nicht vermietet sind und damit im Ist-Mieterspiegel nicht tragen. Entscheidend sind:

  • Leerstand in CHF pro Jahr
  • Anteil des Leerstands in % der Ist-Mieterträge

Im rendite-radar wird der effektive Leerstand separat erfasst. So wird sichtbar, wie viel Ertrag tatsächlich fliesst – und wie viel auf dem Papier steht, aber nicht hereinkommt.

Ein hoher effektiver Leerstand ist ein Warnsignal: Er zeigt, dass das Objekt aktuell nicht vollständig trägt. Das wirkt sich direkt auf Cashflow, Eigenkapitalrendite und Tragbarkeit aus.

Leerstandsrisiko: was in Zukunft droht

Das Leerstandsrisiko ist eine Schätzung, wie viel Mietertrag in Zukunft ausfallen könnte – etwa durch Mieterwechsel, Marktveränderungen oder strukturelle Probleme.

Im rendite-radar wird das Leerstandsrisiko als Prozentsatz auf den Soll-Mieterspiegel angewendet. Typische Werte:

  • 1–2 % bei stabilen, gut vermieteten Objekten
  • 3–5 % bei älteren Objekten oder schwächeren Lagen
  • 5–10 % bei Problemliegenschaften oder unsicheren Märkten

Das Risiko wird nicht mit dem effektiven Leerstand vermischt, sondern separat ausgewiesen. So bleibt klar, was heute ist – und was morgen drohen könnte.

Typische Fehler bei Leerstand und Risiko

  • Leerstand ignorieren: Viele Exposés zeigen nur den Soll-Mieterspiegel. Der tatsächliche Leerstand wird verschwiegen oder als „temporär" abgetan.
  • Leerstand und Risiko vermischen: Wer beides in eine Zahl packt, verliert den Überblick. Der aktuelle Zustand und das künftige Risiko sind unterschiedliche Grössen.
  • Kein Risikopuffer: Wer mit 0 % Leerstandsrisiko rechnet, plant ohne Reserve. Das geht gut – bis es nicht mehr geht.
  • Übertriebener Optimismus: „Die Wohnung wird schnell wieder vermietet" ist kein Argument, sondern Hoffnung.

Wie der rendite-radar damit arbeitet

Im rendite-radar geben Sie beide Werte separat ein:

  • Effektiver Leerstand in CHF (aktuell nicht vermietete Flächen)
  • Leerstandsrisiko in % (künftiger Puffer auf Soll-Mieten)

Die App berechnet dann:

  • Ist-Ertrag nach Abzug des effektiven Leerstands
  • Soll-Ertrag nach Abzug des Leerstandsrisikos
  • Cashflow, Renditen und Tragbarkeit auf Basis realistischer Erträge

So sehen Sie sofort, wie robust das Objekt ist – und wie stark die Rendite von optimistischen Annahmen abhängt.

Was Sie daraus ableiten können

Mit der getrennten Betrachtung von Leerstand und Leerstandsrisiko können Sie:

  • Exposés kritisch prüfen und versteckte Risiken erkennen
  • Objekte vergleichen, die unterschiedliche Leerstandssituationen haben
  • realistisch einschätzen, wie sicher der Cashflow ist
  • mit Banken und Verkäufern auf Augenhöhe verhandeln

Der rendite-radar liefert Ihnen dafür keine Hochglanz-Story, sondern eine nüchterne Grundlage, auf der Sie Ihre Entscheidung treffen können.

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